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Als Vertreter des Gastgebers stellte Geschäftsführerin Kirsten Balzer den über 50 Teilnehmern ihre Einrichtung, die das ÜAZ im Januar als neuer Träger übernommen hatte, vor. Sie verwies auf das breite Tätigkeitsfeld des Diakoniewerks mit seinen rd. 700 Mitarbeitern wie ambulant begleitetes Wohnen für Menschen mit Behinderungen, Seniorenpflege, Bildung, Beratungsdienste u.v.a. an z.Z. insgesamt 60 Einzeleinrichtungen an Standorten in NWM, Rostock und Schwerin.

Martin Greiner, GF des Jobcenters Nordwestmecklenburg, gab einen Überblick über aktuelle Arbeitsmarktdaten und Fördermöglichkeiten bei der Einstellung von Arbeitslosen und konnte dabei beeindruckende Zahlen vorlegen. Die Arbeitslosenquote betrug per 31.03.15 in NWM nur noch knapp 9% im Vergleich zu 10,6 % ein Jahr zuvor. Das war der höchste Rückgang in ganz M-V. In Grevesmühlen beträgt diese Quote derzeit sogar nur rd. 7 % mit der Perspektive von ca. 4 %, was annähernd Vollbeschäftigung ist. Die Anzahl der als arbeitslos Registrierten verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1.433 = 16 %. Allein aus dem Bereich SGB II sind 600 Personen in ein Beschäftigungsverhältnis gegangen. Das Jobcenter NWM hat die besten Integrationswerte aller 26 Jobcenter in M-V, S-H und Hamburg erreicht ! Dabei sind über die Hälfte der realisierten Integrationen vom Jobcenter gefördert worden und ebenfalls mehr als 50 % der Integrationen waren zuvor Langzeitarbeitslose. Derzeit gibt es 6 % weniger „Langzeitbezieher” als per 31.03.2014. Für 2015 gibt es ein neues Förderprogramm für Langzeitarbeitslose, das in bewährter Form zeitlich gestaffelte Lohnkostenzuschüsse in den ersten 18 Monaten des Arbeitsverhältnisses (in den ersten 9 Monaten 75 %) vorsieht.

Anders als von vielen erwartet hat der gesetzliche Mindestlohn in M-V bisher nicht zum Beschäftigungsabbau geführt, sondern eher gegenteilige Ergebnisse bewirkt, zumal nur rd. 12 % der Betriebe in unserem Bundesland vom Mindestlohn betroffen sind. Seit seiner Einführung ist ein Rückgang der geringfügigen BV von ca. 10 % zu verzeichnen, was auf die Umwandlung vieler „Minijobs” in SV – pflichtige Arbeitsverhältnisse schließen lässt. Gravierende Verstöße gegen dieses Gesetz wurden zumindest in NWM bisher nicht festgestellt. Der Zoll wird aber ab April seine Kontrolltätigkeit intensivieren und auf Verstöße reagieren. Martin Greiner verwies darauf, dass Löhne unter 5,67 € / h sittenwidrig sind !

Wichtig für den Erfolg der Arbeit des Jobcenters waren die sehr enge Anbindung an die Wirtschaft und eine gute Zusammenarbeit mit Bildungsträgern. Zur Intensivierung dieser beiderseits nutzbringenden Zusammenarbeit ist der Abschluss von Kooperationsvereinbarungen des Jobcenters mit den Vertretern der Wirtschaft, darunter der UV, geplant. Die Unternehmer rief der GF auf Ausbildungsbewerber nicht nur nach ihren Schulzeugnissen zu beurteilen und ihnen auch bei schlechten Noten statt sie beiseite zu schieben eine Chance zu geben.

Steuerberaterin Dipl. oec. Carmen Mielke referierte über die Besteuerung von mittelständischen und kleinen Unternehmen und gab dabei wertvolle Tipps.

Sehr interessant war der letzte TOP, die „Notfallakte”, eine Problematik, die für viele Unternehmer nicht nur im fortgeschrittenen Alter große und sogar existenzielle Bedeutung hat. Dipl.-Kaufmann Peter Reizlein, geschäftsführender Gesellschafter des Rostocker Beraterkollegiums Reizlein GmbH mit 6 Mitarbeitern und seit 15 Jahren selbständig, wies darauf hin wie wichtig klare Regelungen für den „Ernstfall” für den Fortbestand des Unternehmens, für die Mitarbeiter und ganz besonders für die Familie des Unternehmers sind. Allerdings wird diese Thematik von den Betroffenen leider vielfach verdrängt, weil sie „unangenehm” ist und die Tagesgeschäfte im Vordergrund stehen.

Die Regionalleitung dankt allen Referenten sehr herzlich für ihre Beiträge, den Gastgebern für die Ausrichtung und das schmackhafte Frühstück und den Verantwortlichen der Stadt GVM für die wiederum sehr gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf die nächste gemeinsame Veranstaltung.

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