Skip to main content
suchen

Christian Drechsler, Leiter des Büros der Landrätin, erläuterte in seinem Vortrag die gegenwärtige Situation.

Aktuell sind zentral 368 Asylbewerber, deren Hauptherkunftsländer Syrien, Afghanistan, Irak und der Westbalkan sind, im Objekt Haffburg in Wismar untergebracht, weitere 486 Personen dezentral in dafür vom Landkreis angemieteten Wohnungen in Bad Kleinen, Bobitz, Dorf Mecklenburg, Grevesmühlen, Gadebusch, Gägelow, Hohenkirchen, Groß Stieten, Stepenitztal und Warin. Außerdem gibt es Notunterkünfte (für die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes) in Damshagen, Meetzen und Wismar (2), in denen weitere mehrere hundert Personen untergebracht sind. Infolge des weiter zunehmenden Flüchtlingszustroms sind dringend weitere Notunterbringungsmöglichkeiten erforderlich. Die vorübergehende Einrichtung der 4 o.g. Notunterkünfte im Kreis war notwendig infolge der Überbelegung der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes und erforderte von der Kreisverwaltung enorme Anstrengungen.

Der LK NWM hat lt. festgelegtem Verteilerschlüssel 9,91 % der nach MV gekommenen Flüchtlinge aufzunehmen. Nach derzeitigen Schätzungen werden 70 % der ankommenden Flüchtlinge als  Asylbewerber anerkannt, aber 30 % kommen aus als sicher eingestuften Herkunftsländern. 25 % sind unter 15 Jahre alt, 60 % unter 25, 65 % zwischen 15 und 35 Jahre. Besonders Syrer haben allgemein ein hohes Bildungsniveau, sind sehr motiviert und arbeitswillig.

Martin Greiner sagte, dass die Arbeitslosenzahlen künftig durch die Einbeziehung der Flüchtlinge steigen werden. Ihre berufliche Integration ist weit teurer als die soziale. Hinzu kommt die notwendige sprachliche Integration. Die Arbeitslosenquote im Landkreis NWM beträgt derzeit (Stand August) nur 7,7 % im Vgl. zu 8,6 % im August 2014. Damit hat NWM hinter dem LK LWL / PCH mit 7,1 % einen Spitzenplatz in MV. Auch die absolute Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und der Bedarfsgemeinschaften ist in NWM im Vgl. zum Vorjahresmonat um jeweils rd. 7 % gesunken. Für 2016 werden infolge des Flüchtlingsstromes (genehmigte Asylanträge) im NWM – Jobcenter ca. 1.200 Kunden mehr erwartet = rd. 10 % mehr Kunden als in diesem Jahr. Trotz aller Probleme und des großen personellen Aufwands für die Asylantragsbearbeitung und hoher Kosten sieht er diese Personengruppe aber angesichts vieler offener Ausbildungsplätze und Fachkräftemangel als große Chance für den Arbeitsmarkt in Deutschland. Für MV ist es wichtig die Abwanderung der Flüchtlinge in Ballungszentren (alte Bundesländer) zu verhindern und den z.Z. großen Willen zur Hilfe in der Bevölkerung nicht abbrechen zu lassen.

Bgm. Ditz wies kritisch darauf hin, dass Asylbewerber mindestens 3 Monate, z.T. aber auch weit länger warten müssen bis sie in Deutschland arbeiten dürfen. Diese Zeit des Nichtstuns ist viel zu lang und nicht motivationsfördernd. Es besteht die Gefahr, dass viele sich in dieser langen Zeit mit den vom deutschen Staat erhaltenen Mitteln eingerichtet haben und sie dann auch ohne Arbeit zurechtkommen. Er sieht die Bundespolitik in der Pflicht diese Zeiten deutlich zu verkürzen.

Die Veranstaltung wurde durch Martin Greiner und Dirk Dönges genutzt, um einen unbefristeten Kooperationsvertrag zwischen dem Jobcenter Nordwestmecklenburg und der UV – Regionalleitung  NWM zu unterzeichnen. Der UV wird das Jobcenter bei der bewerberorientierten Besetzung von Stellen unterstützen und bzgl. der Stellenbesetzungen im Bereich der Kleinst- und Mittelbetriebe ständig im Austausch stehen. Es sind ein ständiger gemeinsamer Wissens- und Erfahrungsaustausch und kooperatives Miteinander vorgesehen. Dazu trägt auch die Mitarbeit des NWM- Regionalgeschäftsstellenleiters des UV im Beirat des Jobcenters bei. Die Vertragsunterzeichnung ist Ausdruck dafür, dass der Unternehmerverband für das Jobcenter und seinen Geschäftsführer ein wichtiger strategischer Partner ist, mit dem die Zusammenarbeit nicht nur weitergeführt, sondern sogar intensiviert werden soll.

Die Regionalleitung dankt den Referenten für ihre Beiträge und den Verantwortlichen der Stadt GVM  für die erneut sehr gute Zusammenarbeit im Rahmen der Vorbereitung dieses Unternehmertreffs.

Close Menu