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Als Bundestagsabgeordnete des Landes nutzten Hans-Joachim Hacker (SPD) und Eckhard Rehberg (CDU) die Gelegenheit, sich vor Ort über die Energiewende und die damit verbundene Kostenbelastung zu informieren.

In der Eröffnung ging der Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände, der Leipziger Präsident Hartmut Bunsen, auf Grundsätze zur Mittelstandspolitik im Osten Deutschlands ein. Bunsen skizzierte ein differenziertes Bild des laufenden Anpassungsprozesses. Auf Grund seiner klar formulierten Forderungen und seiner ihm eigenen emotionalen Beschreibung unternehmerischer Nöte sah sich Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie zu deutlichen Erklärungen herausgefordert. Otto verwies in seinen Antworten vielfach auf die Zusagen seines Ministers, die er in dem persönlichen Gespräch mit der Interessengemeinschaft getroffen hatte.
Zu den Auswirkungen der Energiewende referierte im Vorfeld der Podiumsdiskussion das Mitglied des Vorstandes der Vattenfall Europe Mining AG Michael von Bronk. Nach seiner Ansicht greift nach der spektakulären Rolle rückwärts der Bundesregierung mit dem sogenannten Atomausstieg das Prinzip: „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.” um sich. Deutschland ist auf Grund seiner hohen Umweltstandards und des langen Genehmigungs- und Abwicklungsprozesses bei Investitionen weit davon entfernt, die ambitionierten Zielstellungen, die die Bundesregierung mit der Energiewende herausgegeben hat, auch nur annähernd zu erfüllen. So sind in den nächsten 15 Jahren deutschlandweit circa 4.000 Kilometer Hochspannungsleitungen mit rund 12.000 Masten in die Landschaft zu implementieren. Als Beispiel bisheriger Realisierungszeiten verwies Bronk darauf, dass Deutschland in den letzten 10 Jahren ca. 20 Kilometer pro Jahr geschafft hat.

Mit dem Abschalten der Atomkraftwerke werden auch zahlreiche konventionelle Kraftwerke wiederbelebt oder neu errichtet werden müssen. So umweltfreundlich sich Wind und Sonne bei der Nutzung als Energieform auch zeigen, so diskontinuierlich und nicht planbar verhalten sie sich auch. Es gibt zwischen der installierten und verfügbaren Leistung deshalb ein äußerst ungünstiges Nutzungsverhältnis. Speichertechnologien im großen Stil, die dieses Problem annähernd abmildern könnten, sind derzeit bei weitem nicht in Sicht.
Bronk ging auch auf mögliche wirtschaftliche Auswirkungen kurzzeitiger Stromschwankungen oder gar sogenannter Blackouts ein.
Auch für Prof. Dr. Lutz-Günther Fleischer, Vorsitzender des Leibnitz-Institutes für interdisziplinäre Studien war und ist das Verhalten der Bundesregierung in der Energiewende nicht nachvollziehbar. Fleischer warnte leidenschaftlich davor, dass das vorhandene Deutsche Know-how zur friedlichen Nutzung der Kernenergie an Forschungs- und Bildungseinrichtungen nicht leichtfertig über Bord geworfen wird.

Jürgen Ramthun, Geschäftsführer der Energiewerke Nord aus Lubmin skizzierte den Ablauf des Rückbaus von Atommeilern. Nach seinen Worten ist es eine irre Annahme, dass mit der Abschaltung der Rückbau unmittelbar begonnen werden kann. Zwischen Abschaltung und Rückbau liegen rund sieben Jahre, in denen das Personal und die damit verbundenen Kosten vorgehalten werden müssen.

Als Betroffener eines energieintensiven Unternehmens berichtete der Geschäftsführer der Eisengießerei Torgelow, Peter Krumhoff, wie sich die Kostensteigerung im Energiebereich zunehmend wettbewerbshemmend auf sein Unternehmen auswirkt. Die Preisunterschiede zwischen einer Kilowattstunde in seinem Unternehmen mit rund 4,1 Cent sind immens zu den Kosten die ein vergleichbares chinesisches Unternehmen mit annähernd 0,4 Cent zahlt.

Im Anschluss an die rund 1 ½-stündige Diskussion nutzten die Gäste die Einladung zu persönlichen Kontakten und Gesprächen im Rahmen der Get-Together- Veranstaltung.

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