Wer soll das bezahlen – Unternehmens- und Staatsfinanzen unter Druck
UV-Unternehmertag 2026
„Wer soll das bezahlen?“ – der Unternehmertag 2026 rückte den immensen Finanzdruck auf Unternehmen und Staat in den Mittelpunkt. Rund 150 Unternehmerinnen und Unternehmer, politische Entscheider und Fachleute kamen zur gemeinsamen jährlichen Veranstaltung des Unternehmerverbandes Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V. und des Unternehmerverbandes Rostock-Mittleres Mecklenburg e.V. in Schwerin zusammen. Der Unternehmertag hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Druck auf Unternehmen und öffentliche Haushalte inzwischen ist und wie wichtig klare wirtschaftspolitische Antworten geworden sind. Im Fokus standen insbesondere die Mittelstandsfinanzierung, die Rolle der Banken und Förderinstitutionen hinsichtlich der Themen Investieren, Konsolidieren oder Liquidität sichern sowie die zunehmende Belastung durch regulatorische Anforderungen. Aber auch der fianzielle Druck auf Seiten des Staates, unserer Länder und Kommunen kam zur Sprache.
Verbandspräsident Matthias Kunze eröffnete entsprechend mit den Worten: „Wohlstand entsteht nicht im Ministerium, nicht in den Verordnungen und nicht in den Ankündigungen. Wohlstand entsteht in den Unternehmen.“
Finanzminister Dr. Heiko Geue versicherte in seinem Grußwort, dass man verstanden hat und auf dem Weg ist, aber bis spürbare Effekte eintreten, noch Zeit vergehen wird: „Wir brauchen Beschleunigungsgesetze. Sonst reden wir weiter – und kommen nicht zu Potte.“ Marco Seidel, Vorstandsmitglied der VR Bank Mecklenburg eG, machte deutlich: „Was der Staat an Investitionen versäumt, landet als strukturelle Wettbewerbsschwäche in den Bilanzen der Unternehmen.“
Der großartige Vortrag von Prof. Stefan Kooths vom Kiel Institut für Weltwirtschaft trug dazu bei, die Fakten und volkswirtschaftlichen Zusammenhänge noch einmal glasklar vor Augen geführt zu bekommen. Zitat: „Die Schulden von heute, sind die Steuern von morgen“ und „Null-Wachstum absehbar in den kommenden Jahren und Ausgabenexplosionen beim Staat passen ökonomisch nicht zusammen.“ Da viele Gäste nach den Folien fragten, stellen wir Sie Ihnen gern zur Verfügung.
Die Diskussionen machten deutlich: Liquiditätssicherung und Investitionsfähigkeit werden für viele Betriebe zur strategischen Kernfrage. Gleichzeitig wurde die Erwartung an die Politik klar formuliert – weniger Bürokratie, mehr Freiheit, Verlässlichkeit und ein wirtschaftsfreundlicher Rahmen, der unternehmerisches Handeln wieder erleichtert.
Und auch beim Thema Staatshaushalt, Staatsquote, Ausgabenpolitik und Einnahmesituation von Bund, Ländern und Kommunen konnte man in viele nachdenkliche Gesichter sehen. Zwar sprach Andreas Wellmann vom Städte- und Gemeindetag davon, dass man in den Kommunen und Landkreisen seit dem 30jährigem Krieg schon vieles überstanden hat, musste jedoch auch berichten, dass man „aktuell Substanz verbraucht“. Bundespolitische Entscheidungen bürden Aufgaben auf, die weder finanziell noch personell ausgestaltet sind. Der Rostocker Finanzsenator Dr. von Wrycz Rekowski bestätigte: „Früher haben wir jedes am Horizont erscheinende Problem mit Mitteleinsatz gelöst, die Zeiten sind vorbei.“ Dr. Martina Johannsen vom Landesrechnungshof betonte, dass man ohne eine konsequente Priorisierung der Ausgaben nicht auskommen wird. Freiwillige Leistungen werden zu Gunsten der gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen und auch die Förderpolitik werden in Frage gestellt werden müssen. So lautete die Antwort am Ende des Tages auf die Frage: „Wer soll das bezahlen?“ oft: „Wir alle!“
Es herrschte insgesamt eine relativ große Einigkeit in der Analyse der Lage. Eigentlich scheint allen alles klar. Und dies wird in der Wirtschaft, wie auch in der Wissenschaft klar ausgesprochen. Nun muss die Politik die Realitäten ebenfalls zur Kenntnis nehmen bzw. sich trauen, die Dinge ehrlich auszusprechen.
Wir danken der Hochschule der Bundesagentur, dass wir erneut auf dem Campus Schwerin zu Gast sein durften.
Im NDR Nordmagazin vom 15.04.2026 wurde zum Unternehmertag berichtet und dazu im Vorfeld unser Mitgliedsunternehmen Pahlaß und Preuß Metallbau GmbH aus Eldena besucht. Vielen Dank an die Geschäftsführer Madelaine Elvers und Holger Behrendt für die Bereitschaft, öffentlich Stellung zu beziehen und klare Worte zu sprechen. Den Bericht kann man hier noch einmal ansehen! Und sie haben es dann auch noch in die ARD-Tagesschau am Abend geschafft …
Michael Seidel vom NDR fasste den Tag und auch die Aussagen von Prof. Kooths sehr lesenswert und ausführlich zusammen: „Konjunkturforscher: Ohne Reformen drohen noch Jahre der Stagnation“
Ein herzliches Dankeschön an unsere diesjährigen Referenten, Partner und Unterstützer, die diese wichtige Plattform für Austausch, Diskussion und Vernetzung möglich machten!
- VR Bank Mecklenburg eG
- Nordwolle GmbH
- Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV)
- ECOVIS Hanseatische Mittelstandsberatung GmbH & Co. KG
- MME Group Veranstaltungstechnik
- REIKO GmbH Textilreinigung & Hotelausstatter
- Concept+
- WIB e.V. – Weiterbildungsdatenbank Mecklenburg-Vorpommern
Bilder: Tom Sell Master Consulting
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